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Österreich kann nicht nur Walzer! Hier prickelt es ordentlich.

In Österreich hat fast alles seinen großen Auftritt: der Walzer, die Mehlspeisen und natürlich der Wein.Nur der Sekt steht manchmal ganz bescheiden daneben und wartet, bis ihn jemand einschenkt. Dabei hätte er allen Grund, sich in die erste Reihe zu drängeln!

Und weil man in Österreich gute Leistungen durchaus zu würdigen weiß, hat der Sekt sogar seinen eigenen Feiertag: Am 22. Oktober ist Tag des österreichischen Sekts!

Ein guter Anlass, sich einmal genauer anzuschauen, was da eigentlich in unseren Gläsern prickelt.

Denn österreichischer Sekt ist längst nicht mehr einfach nur Sekt. Da gibt es Herkunft, Qualitätsstufen und jede Menge Charakter.

Keine Sorge, wir machen jetzt keinen Weinbaukurs daraus. Ein paar Dinge sollte man allerdings wissen. Besonders, wenn man beim nächsten Sekteinkauf nicht nur nach dem schönsten Etikett entscheiden möchte. 😉

🇦🇹 Drei Stufen, drei Charaktere – und keiner ist langweilig!

Vielleicht habt Ihr schon einmal die Begriffe Sekt Austria, Reserve oder Große Reserve auf einer Flasche entdeckt.

Klingt ein bisschen nach Rangordnung beim Bundesheer, hat aber glücklicherweise wesentlich mehr mit Genuss zu tun.

Was steckt also dahinter?

🥂 Sekt Austria – der unkomplizierte Charmeur

Frisch, lebendig, fruchtig – so präsentieren sich viele Vertreter dieser Kategorie.

Die Trauben stammen aus einem einzigen österreichischen Bundesland. Bei der Herstellung sind unterschiedliche Methoden erlaubt.

Bei der Tankgärung verbringt der Sekt mindestens 6 Monate auf der Hefe, bei der Flaschengärung sind es mindestens 9 Monate.

Das Ergebnis? Häufig ein herrlich unkomplizierter Schaumwein, der mit seiner Frische und Fruchtigkeit begeistert.

Perfekt als Aperitif, zum gemütlichen Abendessen oder einfach für einen Dienstag, an dem man beschließt, dass das Leben ein bisschen mehr prickeln könnte.

Denn wer sagt eigentlich, dass man für eine gute Flasche Sekt einen besonderen Anlass braucht?

🥂 Sekt Austria Reserve – jetzt wird es etwas ernster. Aber nur im Keller!

Hier bekommen die Trauben bereits besondere Aufmerksamkeit.

Sie werden von Hand gelesen und als ganze Trauben besonders schonend gepresst.

Die zweite Gärung findet ausschließlich in der Flasche statt. Anschließend verbringt der Sekt mindestens 18 Monate auf der Hefe.

Und genau in dieser Zeit kann sich einiges entwickeln!

Neben frischen Fruchtaromen können auch feine Noten von Brioche, Gebäck oder Nüssen entstehen. Die Textur wirkt häufig etwas cremiger, der Geschmack vielschichtiger.

Kurz gesagt: Der Sekt bekommt mehr Ecken, Kanten und Persönlichkeit.

Wobei Ecken und Kanten bei einem Schaumwein natürlich ausgesprochen charmant sein können.

Für mich ist Reserve eine besonders spannende Kategorie. Hier entdeckt man österreichische Schaumweine, die nicht nur als Aperitif, sondern auch als Begleiter zu einem guten Essen richtig Spaß machen.

🥂 Sekt Austria Große Reserve – der Geduldige unter den Dreien

Hier darf man es wirklich nicht eilig haben.

Die Trauben stammen aus einem besonders eng definierten Herkunftsgebiet rund um eine Gemeinde, werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet.

Die Herstellung erfolgt ausschließlich durch traditionelle Flaschengärung.

Und dann heißt es: mindestens 36 Monate auf der Hefe!

Drei Jahre!

In dieser Zeit könnte man eine Sprache lernen, unzählige Reisen unternehmen oder sich mehrmals neu verlieben.

Der Sekt bleibt währenddessen geduldig im Keller.

Und diese Geduld kann sich auszahlen.

Große Reserven können mit beeindruckender Komplexität, feiner Textur und einer faszinierenden Kombination aus Frische und Reifearomen begeistern.

Manchmal entdeckt man geröstete Nüsse, Brioche oder feine würzige Noten. Manchmal überrascht die Frische trotz der langen Reifezeit.

Und spätestens dann wird klar: Österreich muss sich mit seinen besten Schaumweinen international keineswegs verstecken.

Aber ist die Große Reserve jetzt automatisch die Beste?

Nein! Und genau das macht die Sache so interessant.

Ein Sekt, der drei Jahre auf der Hefe verbracht hat, muss nicht automatisch besser schmecken als einer mit neun Monaten Reifezeit.

Manchmal möchte man etwas Frisches, Fruchtiges und Unkompliziertes.

Und manchmal hat man Lust auf einen komplexen Schaumwein, bei dem man nach jedem Schluck etwas Neues entdeckt.

Es kommt auf den Anlass, das Essen und natürlich den persönlichen Geschmack an.

Übrigens spielt auch die Dosage eine Rolle: Während bei Sekt Austria unterschiedliche Süßegrade erlaubt sind, dürfen Reserve und Große Reserve maximal 12 Gramm Restzucker pro Liter enthalten.

Die beiden oberen Kategorien gibt es also ausschließlich in den trockenen Geschmacksrichtungen Brut, Extra Brut und Brut Nature.

🇦🇹 Und woran erkennt man einen echten Sekt Austria?

Ganz einfach!

Achtet beim nächsten Einkauf auf die rot-weiß-rote Banderole am Flaschenkopf.

Sie ist das sichtbare Zeichen für die geschützte österreichische Herkunft und geprüfte Qualität.

Denn Sekt Austria ist nicht einfach irgendein Schaumwein, der zufällig in Österreich abgefüllt wurde.

Die Trauben stammen aus Österreich, die Herstellung unterliegt klaren Vorschriften, und der fertige Sekt muss auch eine sensorische Qualitätsprüfung bestehen.

Da schaut also tatsächlich jemand ganz genau hin, bevor die Flasche bei Euch auf dem Tisch landet.

🥂 Mein persönlicher Tipp: Weniger Theorie, mehr Vergleich!

Natürlich könnte ich Euch jetzt noch stundenlang über Flaschengärung, Hefelagerung und österreichische Weinregionen erzählen.

Aber viel spannender ist es doch, die Unterschiede selbst zu entdecken.

Drei Gläser. Drei Sekte. Drei Qualitätsstufen.

Probiert sie nebeneinander!

Achtet auf die Frucht, die Säure, die Perlage und darauf, wie lange der Geschmack im Mund bleibt.

Vielleicht begeistert Euch die Frische eines Sekt Austria.

Vielleicht verliebt Ihr Euch in die elegante Cremigkeit einer Reserve.

Oder Ihr entdeckt bei einer Großen Reserve Aromen, mit denen Ihr überhaupt nicht gerechnet habt.

Und wer weiß? Vielleicht wird aus einem überzeugten Champagnerliebhaber plötzlich ein leidenschaftlicher Fan österreichischer Schaumweine.

Ich würde mich jedenfalls nicht wundern. 😉

Denn eines steht fest: Österreich hat beim Schaumwein viel mehr zu bieten, als manche vermuten.

Und dafür müssen wir nicht einmal weit reisen.

Manchmal liegen die spannendsten Entdeckungen direkt vor unserer Haustür.

Also: Hoch die Gläser auf den österreichischen Sekt! 🥂

Und wer Lust bekommen hat, die prickelnde Vielfalt Europas noch genauer kennenzulernen, ist bei meinen Verkostungen in Wien herzlich willkommen.

Eure Vienna Sparkling Life

Zucker im Schaumwein?

Was soll der moderne Schaumweinkonsument wissen? Sehr oft behauptet man zum Beispiel, ein guter Sekt bzw. Schaumwein soll unbedingt „trocken“ sein. Ein trockener Schaumwein enthält jedoch zwischen 17 und 32 Gramm Restzucker pro Liter! Das bedeutet, in diesem einen Liter findet der Konsument bis zu 11 aufgelöste Würfelzuckerstücke. Mit „trockenem“ Wein hat das gar nichts mehr zu tun. Sind Sie meiner Meinung? Das, was der übliche Konsument trinken und bestellen möchte, ist BRUT. Brut enthält bis zu 12 Gramm Restzucker pro Liter. Früher trank man Schaumwein tatsächlich süß. Champagner konnte bis zu 300 Gramm Restzucker pro Liter enthalten! Russen liebten süßen Champagner! Heute herrscht in Russland immer noch die Meinung, zu Champagner oder Sekt würden Pralinen passen. Das Wissen über Restzucker im Schaumwein kann ihren Zugang natürlich versüßen oder verkomplizieren. Treffen Sie die richtige Wahl beim Schaumweinkauf und genießen Sie ihn!

Vor einem Jahr…

Mein ganzes Leben faszinierten mich Weine, Champagner und andere prickelnde Verführungen aus den Sektkellereien der ganzen Welt.
Schon 2012 besuchte ich meine ersten Kurse, viele weitere folgten. Letztes Jahr besuchte ich ein tolles Champagnerseminar in München. Es wurde von Bernhard Meßmer moderiert und ich war absolut verzaubert von all den Eindrücken rund um das Thema Champagner und Schaumweine. Ich wusste: Diese Begeisterung möchte ich an Sie weitergeben! Die lange in mir gereifte Idee von Vienna Sparkling Life war geboren.

Doch dann: Die Coronakrise hat erhebliche Veränderungen in unser Leben gebracht. Was vor einem Jahr noch eine Selbstverständlichkeit war, wird nun zu einer einmaligen Gelegenheit. Man beginnt, das, was zu einer großen Rarität geworden ist, noch mehr zu schätzen. Reisen wurden zu einer Unmöglichkeit.

Gerade deshalb ist die Teilnahme an Seminaren und Verkostungen eine neue Art, Genuss zu erleben, Geschmäcker zu entdecken und geografisches Wissen zu erweitern. Workshops können auch die Möglichkeit bieten, neue Kulturen und interessante Menschen kennenzulernen. Wenn wir nicht verreisen dürfen, können wir wenigstens, so hoffe ich, in naher Zukunft wieder gemeinsam feiern, trinken und das Leben genießen. Ich wünsche Ihnen Gesundheit und ich hoffe auf unser baldiges Treffen!